gepflegte Hysterie & feministischer Diskurs #reclaimhysteria

10D Fran Fine

10D Fran Fine

Some of life’s best moments are spent hanging from your knees with your skirt over your head.
— Fran Fine

Fran Fine ist die Hauptfigur der Sitcom "Die Nanny" aus den 90er Jahren. Fran Drescher, die die Figur in der Serie darstellt, gab nicht nur die ursprüngliche Idee, sondern arbeitete auch als Autorin und Produzentin. Die Serie geht um eine Make-up Verkäuferin aus Queens, die versehentlich in ein Nanny-Casting des verwitweten Broadway-Produzenten Maxwell Sheffield für seine drei Kinder gerät und dann auch eingestellt wird. Auf den ersten Blick ist es vielleicht eine der unfeministischsten Shows überhaupt: Cinderella-Storyline, teils frauenfeindliche, homo- und transphobe Witze, starkes Machtgefälle zwischen der männlichen und der weiblichen Hauptfigur (es basiert vor allem auf Gegensätzen: reich vs. arm, gebildet vs. ungebildet, britisch vs. jüdisch-amerikanisch), stereotype Darstellungen etc. etc. Doch all dem setzt die facettenreiche Hauptfigur ein starkes Statement entgegen. Wenn ihr mehr über Frans feministisches Potential lesen wollt klickt hier und hier. 

  • Stärke: 3/5
  • Ausdauer: 4/5

  • Superkräfte: 0/5

  • Coolness: 4/5

Kategorie: Sex-Positive

Beschreibung: Francine Joy Fine ist Überlebenskünstlerin. Nachdem sie von ihrem Ex und Arbeitgeber verlassen und gefeuert wird, findet sie unerhofft eine Stelle als Nanny bei den reichen Sheffields. Sie verfällt dem britischen, leicht angespießten, aber durchaus charmanten Hausherrn Maxwell sofort, der von ihr zwar auch verzaubert ist, sich aber von ihrer unangepassten Art oft irritiert fühlt. Sie sieht auch einfach toll aus, stylt sich gerne und oft sehr auffällig, weiß aber auch wie mit Pizza und Schlafanzug vorm Fernseher gammeln geht. Diät ist eher etwas über das sie lacht und sie liebt essen, trinken und ihren Körper. Wie Mary Poppins hat Fran natürlich ein besonderes Händchen mit den drei Sheffield-Kindern und verwendet unorthodoxe Erziehungsmethoden. Mit ihrer jüdischen Familie pflegt sie eine innige, humorvolle Beziehung, ist jedoch auch oft genervt von ihnen. Denen scheint es ein Gräuel, dass Fran mit Mitte 30 noch keinen Ehemann gefunden hat und viele ihrer Erwartungen hat Fran internalisiert. Sie möchte unbedingt heiraten und Kinder kriegen. Allerdings hat Fran ansonsten sehr oft aufgeklärte Einstellungen, besonders wenn es um Liebe und Sex geht. Sie datet und schläft mit so vielen Männern sie will und amüsiert sich prächtig dabei. Auch wenn die Altersfrage und Witze über die biologische Uhr echt uncool sind, ist Die Nanny einfach eine sehr witzige Persiflage auf diese gesellschaftlichen Normen. Großartig auch: Ihre Großmutter Jedda, die mit über 80 noch zahlreiche Liebhaber hat und auf Urteile von außen pfeift. 

Kampfkünste: nasale Stimme, Schlagfertigkeit, umwerfender Charme und Sex-Appeal
Stärken: Stil, Humor, Wärme und Herzlichkeit, Selbstliebe, Selbstbewahrung, Lebenserfahrung
Kryptonit: Naivität, gesellschaftliche Normen und familiäre Erwartungen
Special Features: sexy Kleidung, toupierte Haarmähne, Miniröcke
Trivia: Fran Drescher, die Erfinderin der Serie, hat die Figur nah an ihrer eigenen Biografie gebaut. Auch sie selbst ist Jüdin, wurde von ihrem Ex auf die Straße gesetzt, wuchs im selben Viertel auf etc. Außerdem ist Drescher ein echtes Vorbild: Sie ist Überlebende einer Vergewaltigung und spricht offen darüber, hat eine Krebserkrankung überwunden, ist politisch aktiv, vor allem für LGBTQ*-Rechte und arbeitet im U.S. State Department für Frauenrechte und Frauengesundheit. Viele ihrer Freund*innen und Verwandte übernahmen Nebenrollen in der Serie.
 

Kategorie 10: Sex-Positive

  1. 10A Barbarella
  2. 10B Nola Darling
  3. 10C Evelyn
  4. 10D Fran Fine
Die Rückkehr der Steinzeit? - In der #metoo-Debatte hat sie nichts zu suchen!

Die Rückkehr der Steinzeit? - In der #metoo-Debatte hat sie nichts zu suchen!

10C Evelyn

10C Evelyn