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Girl Crush:  Sonia Mugabo

Girl Crush: Sonia Mugabo

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Girl Crush, in der wir Frauen* vorstellen, die uns inspirieren, faszinieren, motivieren und ganz grundsätzlich gut tun. Wir wollen damit noch mehr weibliche Vorbilder sichtbar machen, und aktiv dem Klischee entgegenwirken, dass sich Frauen angeblich nicht gegenseitig stärken.


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Sonia Mugabo

Als ich Sonia das erste Mal traf, waren wir siebzehn. Schulaustausch mit Ruanda. Ein riesiges Privileg und eine prägende Erfahrung für uns beide. Zuerst kamen wir deutsche Gruppe nach Ruanda und ein paar Monate später die ruandesische Gruppe nach Deutschland, alles dank der Organisation einiger motivierter Lehrer*innen und einer Förderung der deutschen Botschaft in Ruanda.¹ Eines der ersten Dinge, die mich Sonia fragte, als sie mich vom Flughafen abholte, war, was ich werden wolle. Ich wusste damals noch überhaupt nichts, hatte vage Schemen und wolkige Vorstellungen im Kopf. Sie dagegen konnte es straight heraus sagen und mit einer Selbstsicherheit, die mich beeindruckte: “Ich werde Model oder Modedesignerin.”

Heute ist Sonia genau das: Modedesignerin. 2013 (mit nur 23 Jahren!) gründete sie ihr Modelabel Sonia Mugabo und zeigte ihre erste Kollektion auf der Kigali Fashion Week 2013. Sie verwendet lokale Materialien, kooperiert für ihre Kleidungsstücke mit ruandesischen Schneider*innen und präsentiert ihre Mode an Models, die sich den restriktiven und rassistischen europäischen Schönheitsidealen der Modeindustrie widersetzen. 2017 wurde sie vom Forbes Magazin zu den 30 vielversprechendsten jungen Entrepreneur*innen Afrikas gezählt. Mittlerweile hat sie ihr zweites Kleidungsgeschäft in Kigali eröffnet.

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Was ich toll an ihr finde:

Ihre Zielstrebigkeit, die Fähigkeit, genau zu wissen was sie möchte und dass sie sich getraut hat, es umzusetzen. Ihre wunderschönen Kleidungskollektionen, die eine sehr feminine und ganz eigene Ästhetik haben. Und dass sie sich nicht nur dafür einsetzt, dass ihre Kleidung lokal produziert wird, sondern auch lokal gekauft. Außerdem hat sie einfach eine einnehmende Art und ich erinnere mich an superviele spaßige, innige und lehrreiche Momente mit ihr.

Was ich gerne von ihr lernen möchte:

Konsequent meinen Zielen nachgehen. Dazu das nötige Selbstbewusstsein aufrechterhalten und sich nicht in Selbstzweifeln verlieren. Die Kunst, die eigenen Träume umzusetzen und damit etwas für die Gesellschaft zu tun.

Mein Lieblingszitat von ihr:

Find that one thing that you are really passionate about and go for it, it won’t be easy and even when you succeed, stay humble and remember to use your talents to serve others. At the end of the day it is not about you, but what you are doing for your people and your community.
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☞ Weiterlesen

Sonias Facebookseite hier.

Auf Instagram hier.

Ein Artikel über Sonia im Spiegel hier, im Guardian hier und bei buzzfeed hier.

Sonias Wikipediaartikel hier.

Und ein schönes Video mit ihr und über sie hier.

1 dass bei der Planung und Umsetzung des Austausches mangelnde Sensibilität vorherrschte, was Koloniales Erbe und strukturellen Rassismus angeht, ist nochmal eine eigene Story wert.

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