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6D Nami Matsushima

6D Nami Matsushima

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To be deceived is a woman’s crime.
— Nami

Nami Matsushima, im Frauengefängnis kurz Matsu oder Sasori (Skorpion) genannt, ist die titelgebende Hauptfigur einer erfolgreichen sechsteiligen Filmreihe rund um die Erlebnisse einer kämpfenden und Rache übenden Frau. Sasori – Skorpion (1972) ist der erste Film der Reihe, die auf einem Manga basiert.

  • Stärke: 2/5
  • Ausdauer: 5/5

  • Superkräfte: 0/5

  • Coolness: 3/5

Kategorie: Revenge Ladies

Beschreibung: Wortkarg, erbarmungslos und ausgefuchst – wegen eines Mordversuchs an ihrem Ex-Gliebten im Gefängnis gelandet, schmiedet Sasori geheime Pläne für ihre groß angelegte Rache und setzt diese dann knallhart um. Sie ist einfach nicht kleinzukriegen, egal, wie übel Yakuza, Polizei, Gefängnisinsassinnen und Wärter mitspielen. Im Frauengefängnis reiht sich Konflikt an Konflikt, ständig kracht's. Stoisch erträgt Sasori selbst die schlimmste Misshandlung, um zuletzt doch über alle zu triumphieren. Elegant-manipulativ und indirekt, im Zweifelsfall aber durchaus auch mit roher Gewalt setzt sie sich gegen alle Ungerechtigkeiten zur Wehr. Sie ist egoistisch und schreckt auch vor Eine-gegen-Alle nicht zurück. Gleichzeitig ist sie sanft und fürsorglich mit ihrer Gefängnisfreundin Yuki, die sie zu beschützen versucht. Sasori bewahrt sich ihren Hass, beißt die Zähne zusammen und arbeitet ihre Liste ab: Wer sie betrogen und gequält hat, muss sterben. Sie entkommt dem Gefängnis und sucht ihre Widersacher auf.

Die Filme um die Gefängnisinsassin Sasori lassen sich der Gattung der Exploitation-Filme, dem japanischen Genre der Pinky Violence zuordnen.  Explizite Grausamkeit, vor allem gegen (gerne auch obenrum entblößte) Frauen wird dargestellt und mit Kunstfilm-Elementen durchmixt. Sex und Gewalt werden voyeuristisch dargestellt und in einen leidlich gesellschaftskritischen Rahmen gestellt. Man muss sich die Frage stellen, ob kritisch-emanzipatorische Anteile nur zur Legitimation sadistischer Exzesse und Titten-Schau eingebaut werden. Nötig sind sie aus heutiger (Arthouse-)Sicht nicht, der Film ist allein durch die flotte Musik und die unverwechselbare Hauptfigur unterhaltsam und kurzweilig und wird durch innovative Kamera interessant.

Sicherlich ist der Film ein Paradebeispiel des Male Gaze und bedient allerhand Männerfantasien wie lesbischen Sex im Frauengefängnis, sexuelle Erniedrigung von Frauen in jeder Fasson, Gruppenvergewaltigung eines jungen Wärters durch sexuell ausgehungerte Frauenhorden und das ganze Repertoire BDSM in Knast-Ausprägung. Die Hauptfigur für sich genommen ist aber herrlich bad ass und überzeichnet.

Kampfkünste: Manipulation, Austricksen, Messerkampf, Schusswaffen usw.
Stärken: eisernes Durchhaltevermögen, List
Kryptonit: Nami verliebt sich unsterblich in den Polizisten Sugimi, an den sie ihre Jungfräulichkeit verliert und der sie kaltherzig ausspielt.
Special Features: Schwarzer Schlapphut als Markenzeichen
Trivia: Sasori taucht als taffe Lady-Kämpferin "Lady Scorpion" auch in dem neueren japanischen Film Love Exposure (2008) auf. Die Figur ist als Hommage an die zur Legende gewordene Heldin zu verstehen. 
Meiko Kaji, die Schauspielerin, die als Sasori berühmt wurde, singt auch ein Lied, dass Quentin Tarantino später für den Soundtrack seines Films Kill Bill (2003) verwendete.

Kategorie 4: Revenge Ladies

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