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Girl Crush: Kea von Garnier

Girl Crush: Kea von Garnier

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Girl Crush, in der wir Frauen* vorstellen, die uns inspirieren, faszinieren, motivieren und ganz grundsätzlich gut tun. Wir wollen damit noch mehr weibliche Vorbilder sichtbar machen, und aktiv dem Klischee entgegenwirken, dass sich Frauen angeblich nicht gegenseitig stärken.


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Kea von Garnier

Es gibt ja so Instagram-Profile, die sind hübsch anzuschauen, mit schönen Selfies und farblich abgestimmten Bildern. Das sind allerdings nicht immer die Profile, die einen mit ihren ehrlichen Einblicken in den Alltag und mit provokativen Gedanken überraschen. Keas Instagram gehört aber zu der wachsenden Anzahl von Profilen, die exakt beides sind: sorgfältig kuratiert – und sobald du anfängst zu lesen, merkst du, dass hier eine Person am Werk ist, die tiefer geht und gehen will.

Kea habe ich über meine Plattform Patchwork-Arbeit kennengelernt, und das passt – sie patchworkt nämlich selber ganz schön: Kea ist Grafik-Designerin, Texterin und Lyrikerin, und hat dazu noch eine Reihe von Nebenprojekten. Sie hat als „ganz gewöhnliche Lifestyle-Bloggerin“ (O-Ton!) angefangen, und nutzt inzwischen ihre Plattformen für ihre Herzensthemen seelische Gesundheit, Feminismus, Fragen des guten Lebens, Demokratie, soziale Medien und Konsumkritik.

All das fasst sie in ihrem neuen Motto sehr präzise zusammen: Kea schreibt Worte für sozialen Wandel.

Was ich toll an ihr finde:

Ihre Begeisterungsfähigkeit, und ihren Wissensdurst. Als Kea mir von den Philosophie- und Politikwissenschaftsseminaren erzählt hat, die sie als Gasthörerin an der FU in Berlin hört, hatte ich sofort Lust, mich selber einzuschreiben. Und ich habe gespürt, wie berührend und schön und selten das geworden ist, wenn jemand von Wissen und konstruktivem Austausch dermaßen angeregt ist.

Außerdem finde ich toll, wie Kea ihre Plattformen und ihre Reichweite für positive Veränderungen nutzt: Zum Beispiel hat sie letztes Jahr die Female Empowerment Challenge auf Instagram ausgerufen – und so unglaublich schöne Reaktionen dabei erhalten.

Und natürlich ihre sympathische Art zu netzwerken (so blöd das Wort auch ist): Ich spüre bei ihr ein ehrliches Bedürfnis, andere Menschen zu erfahren, kennenzulernen und miteinander zu verknüpfen – wie sie das mit dem von ihr gegründeten Netzwerk betterblogs täglich tut.

Was ich gerne von ihr lernen möchte:

Wie sie es schafft, trotz gesundheitlicher Schwierigkeiten, hoher Sensibilität und all ihren Projekten über Jahre hinweg eine solche offene und lebendige online Präsenz zu kultivieren.

Mein Lieblingszitat von ihr:

Wer schreibt, sieht in einer Stadt keine Ansammlung von Menschen, sondern von Geschichten.

Tausend weitere Zitate könnte ich hier einfügen! Auch berührt hat mich zum Beispiel dieser Absatz aus diesem Interview:

Dass wir die Freiheit und den Luxus genießen, uns auf Instagram um Dinge wie Vasen, Lippenstift und Backrezepte kümmern zu können, ist nicht selbstverständlich. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, denen es am Existentiellsten fehlt, die in Ländern leben, in denen es keine Meinungsfreiheit gibt, die mit Gewalt, Krieg, Armut leben müssen. Wir verdanken unseren hohen Lebensstandard der freien und offenen Gesellschaft, in die wir hineingeboren sind. Dann darf das Bemühen, sie als solche zu erhalten, sich nicht auf ein Kreuz am Wahltag beschränken. Dann müssen wir sie als einen lebendigen Organismus begreifen, an dem wir selbst mitwirken, jeden Tag.

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